Schildbürgerstreich der Wasserbehörden
Bürgerinitiative „Contra Südspange“ gegründet – Klage gegen Bauprojekt vorbereitet.
Alle sprechen vom Klimawandel und von absinkenden Grundwasserpegeln in der
Oberrheinebene. In zahlreichen Regionen des Rheingrabens trocknen Wälder aus und die
landwirtschaftliche Nutzung ist nur noch durch intensive Bewässerung zu gewährleisten.
Wasserwirtschaftler, Forstwissenschaftler, Landwirte und Umweltwissenschaftler sind sich
einig, den Wasserabfluss aus der Landschaft zu bremsen. Gerade in dieser krisenhaften
Klimasituation soll nun mit der Umsetzung eines Entwässerungsprojektes begonnen
werden, dessen erklärtes Ziel es ist, den Grundwasserstand in der nördlichen Vorderpfalz
„flächenhaft zu reduzieren“. Der Planfeststellungsbeschluss der Oberen Wasserbehörde ist nunmehr weit über 10 Jahre
alt, die Planung hierzu begann bereits im Jahr 2003.Inzwischen verzeichnen wir jährliche Niederschlagsdefizite, die Bauern hadern mit abstürzenden Grundwasserspiegeln, die wenigen verbliebenen Waldgebiete, wie der
Gemeindewald Limburgerhof/Mutterstadt trocknen aus und der gesamten Landschaft droht
eine Versteppung. Die drei zurückliegenden Dürrejahre haben uns allen deutlich gemacht, dass wir einen
anderen Umgang mit den Folgen des Klimawandels brauchen. Dennoch wird an einem
Entwässerungsprojekt festgehalten, das geeignet ist, aus der Vorderpfalz eine
Mondlandschaft entstehen zu lassen. In riesigen Drainagesystemen mit Rohrdurchmessern von 1,60 Metern sowie offenen Gräben mit 5m Breite plus anschließenden Wartungs-u Wirtstchaftwegen (5,5m breit )wird
der Grundwasserspiegel signifikant abgesenkt werden. Die wasserbaulichen Maßnahmen
sehen eine Anbindung der Grabensysteme südlich Dannstadt-Schauernheims und westlich
von Mutterstadt an ein Drainagesystem zwischen Floßbach und Rehbach vor .
Zahlreiche Baumaßnahmen, wie die Kreuzung von Verkehrswegen, Leitungstrassen,
Abschlagbauwerke Rückstauklappen und Verrohrungen der Landschaft sollen umgesetzt und
der erforderliche Baugrund durch Enteignungen der Grundeigentümer realisiert werden.
Einen zweistelligen Millionenbetrag soll dieses Schildbürgervorhaben den Steuerzahler
kosten. Neben den Grundwasserabsenkungen wird es zum Verlust von Biotopen hoher Bedeutung,
wie Bachauengehölzen, Feldgehölzen, Baumgruppen und Röhrichtflächen und den darin
lebenden geschützten Tierarten kommen.
Neue Wegebauten führen zu weiteren Verlusten landwirtschaftlicher Flächen,
Enteignungsmaßnahmen bedrohen landwirtschaftliche Existenzen und letztlich unsere
Lebensgrundlagen. Warum, trotz dramatisch veränderter Rahmenbedingungen, an einem Projekt festgehalten
wird, das zwischenzeitlich absurde Züge angenommen hat, kann nur einen Grund haben:
Irgendjemand verdient gutes Geld zu Lasten der Allgemeinheit!
Dieses lebensfeindliche und sarkastische Projekt werden wir mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mittel zu verhindern versuchen. Mit Unterstützung der Bürgerinitiative „Waldwende Jetzt!“

die für den Erhalt der bedrohten Wälder in der Rheinebene kämpft, haben wir die Bürgerinitiative „Contra
Südspange“ gegründet. Weitere Unterstützung erhalten wir von dem

„Bundesbündnis -Bodenschutz“. Die Klageschrift von betroffenen Eigentümern wurde dem Verwaltungsgericht Neustadt zugestellt. Dennoch suchen wir den Dialog, um zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen.
Wir fordern die zuständigen Behörden und die verantwortlichen Politiker auf, dieses
Projekt unmittelbar zu beenden. Wir bitten die Menschen in der Vorderpfalz uns zu unterstützen und dafür zu kämpfen, dass auch unsere Kinder und Enkel trotz massiver Folgen des Klimawandels in der Rheinebene
ihren Lebensraum finden. Wir brauchen das Gegenteil dieser aus der Zeit gefallenen
Planung – deshalb bitten wir um breite Unterstützung!

„CONTRA SÜDSPANGE“„WALDWENDE JETZT!“